lobende erwähnung

inter_face imm cologne 2004

Kunde: FH Düsseldorf

Architektur: FH Düsseldorf Fachbereich1 / Peter Behrens School of Architecture, Düsseldorf

Messebau: Alfons Mantz GmbH Laden- u. Innenausbau, Mönchengladbach

Der ehemalige Fachbereich Architektur der Düsseldorfer FH erlebt gerade einen Wandlungsprozess. Global orientierte Bachelor- und Master-Studiengänge wurden eingeführt und der individuelle Charakter des Institutes innerhalb der Hochschule durch die Umbenennung in „Peter Behrens School of Architecture“ hervorgehoben. Diesen Wandel will der Fachbereich der Öffentlichkeit zeigen und ein breites Publikum für sich interessieren. Für die Möbelmesse imm cologne wollen Studenten unter der Anleitung von Professor van den Hövel einen Stand gestalten, um diese Kommunikation anzuregen: Junge Kreative sollen auf den Studiengang aufmerksam gemacht werden, Arbeitgeber aus der Architektenszene sollen talentierte Studenten als potenzielle Mitarbeiter identifizieren. Daher einigen sich die Projektteilnehmer auf ein Konzept mit Forencharakter. Gäste und Gastgeber sollen sich in einem „Ideenpool“ treffen und austauschen. Dementsprechend gestalten die Studenten ihren Messeauftritt als einen Pool. Beschichtete Holzplatten werden waagerecht, getrennt durch Edelstahlhülsen, übereinander gelagert und aus dieser Konstruktion wird schließlich ein Beckenraum ausgeschält. Dieser wird mit Stufen und Sitzebenen versehen. Messebesucher werden auf verschiedenen Wegen aktiv zum Stand geleitet und zum Gespräch mit den Studenten eingeladen.

Um die Wirkung ihrer Idee in Erfahrung zu bringen, verteilen sie Feedback-Karten an die Besucher und erstellen begleitend zu ihrer Messepräsentation einen Internetauftritt mit Gästebuch. Nach dem Abschluss der imm wird mit Hilfe zahlreicher Fotos eine sehr persönlich gehaltene Dokumentation erstellt und allen Sponsoren und Interessenten zugesandt.

Statement der Jury:

Ein Messeauftritt wird zum Ideenpool, sehr kreativ wird mit dem Thema Kommunikationsraum umgegangen. Zu sehen ist eine sehr selbstständige und professionelle Arbeit von Studierenden, die bei der Sponsorensuche begann und über die handwerkliche Bearbeitung bis zum Follow-up reichte. Das erfolgreiche Handling des Projektes lässt erwarten, dass die Teilnehmer reif für eine kreative Tätigkeit auf dem Arbeitsmarkt sind. Mit dieser lobenden Erwähnung will die Jury unterstreichen, dass solche Projekte weiter Schule machen sollten und dass Projekte, die von Studenten konzipiert und realisiert wurden, den Weg zur ADAM-Einreichung finden.

 


Lobende erwähnung

„ideal house cologne“ präsentiert vom German Design Council auf der imm cologne 2005

Kunde: Koelnmesse GmbH

Konzept: Rat für Formgebung, Frankfurt

Architektur / Design: Hella Jongerius und Patricia Urquiola

Seit 2003 wird eine bauliche Besonderheit der Messehallen 1 und 3 der Koelnmesse kreativ genutzt. Beide Hallen verfügen über zwei Geschosse, die mittels einer Treppe verbunden sind. Die Verbindungen führen in jedem Jahr durch zwei attraktiv gestaltete stilisierte Häuser, die inzwischen selbst zum Besuchermagneten geworden sind. Gerade im Rahmen einer Veranstaltung wie der imm liegt der Gedanke nahe, das Erscheinungsbild der Häuser dem Thema Wohnen zu widmen. Jedes Jahr lädt daher der Rat für Formgebung zwei Designer ein, in jeweils einem der Häuser ihre Vorstellung des „idealen Hauses“ zu präsentieren. 2005 fällt die Wahl auf die Holländerin Hella Jongerius und die Spanierin Patricia Urquiola. Beide sind sich darüber einig, dass sich Ideale per se nicht leben lassen und dass sie statt Idealen Innovation und Lebensqualität zeigen wollen. Hella Jongerius hat „ihr“ Haus durch Lagerraumregale eng strukturiert. Ordnung und Chaos regieren innerhalb des Wohnbereichs in eigenen Territorien. Die Regale sind bunt gefüllt mit einem Sammelsurium aus Trödel, Geerbtem, Stücken von Jongerius selbst und von anderen Designern. Zwischen den Regalen befinden sich die eigentlichen Wohnbereiche auf horizontalen Ebenen, der klassischen Trennung von Wohn-, Schlaf- und Esszonen streng folgend. Dominiert wird der Hausentwurf von vielen verschiedenen Rottönen: Die ehemalige Design-Dozentin Patricia Urquiola sieht „ihr“ Haus als Ruhepol. Es ist mit textilem Material verkleidet, Materialaussparungen bilden den Eingang. Der Innenraum ist offen und in hellen Farben gehalten, sämtliche Einrichtungsgegenstände hängen in Seilen von der Decke.

Statement der Jury:

Hier wurde das funktionale Element der Treppe dafür genutzt, ein zum inhaltlichen Gesamtkonzept der Messe passendes Rahmenereignis in Szene zu setzen. Zwei gegensätzliche Rauminterpretationen füllten die Bauten mit Spannung. Mit der lobenden Erwähnung fordert die Jury die Messegesellschaften auf, nicht allein als Hallenvermieter zu fungieren, sondern ihre Veranstaltungen mit solch beispielhaften Projekten weiter zu unterstützen und zu fördern. Das Medium Messe bietet eine Vielzahl von Präsentationsmöglichkeiten, die keiner besser kennt als die Messegesellschaften selbst. Deshalb sollten sie diese PR-Chancen zur Belebung und Verstärkung des Messemarketings auch konsequent nutzen, so wie es der imm mit der ideal house cologne beispielhaft gelingt.